Das V-Modell stellt den Entwicklungsstandard für IT-Systeme der öffentlichen Hand in Deutschland dar. Es ist für viele Unternehmen und Behörden der Leitfaden für die Organisation und die Durchführung von IT-Vorhaben, wie zum Beispiel für die Entwicklung der neuen Adressverwaltung des Bundestags, des neuen IT-Systems der Polizei „Inpol-neu“ oder des Bordradars des Eurofighters.

Viele IT-Projekte werden immer noch vor ihrer Fertigstellung abgebrochen oder leiden an signifikanten Termin- und Kostenüberschreitungen sowie reduzierter Funktionalität. Hier setzt das V-Modell an und verbessert die Produkt- und Prozessqualität, in dem es konkrete und leicht umsetzbare Handlungsanweisungen für die Durchführung der Aktivitäten und vorgefertigte Dokumentbeschreibungen für die Entwicklungs- und Projektergebnisse gibt.

Der vormalige Standard, das V-Modell 97, der maßgeblich von der IABG entwickelt wurde, war seit 1997 nicht mehr an die Neuerungen der Informationstechnologie angepasst worden. Deshalb wurde vom BMVg / IT-AmtBw und BMI-KBSt das Projekt „Weiterentwicklung des Entwicklungsstandards für IT-Systeme des Bundes auf Basis des V-Modell-97“ (WEIT) bei der Technischen Universität München (TUM) und den Partnern IABG, EADS, Siemens AG, 4Soft GmbH und TU Kaiserslautern in Auftrag gegeben.

In das neue V-Modell XT (eXtreme Tailoring) sind neben neuer Methodik und Technologie auch umfangreiche Erfahrungen und Verbesserungsvorschläge, die bei der Anwendung des V-Modells 97 gesammelt wurden, eingeflossen. Neben der inhaltlichen Aktualisierung sind dabei insbesondere die folgenden Verbesserungen und Neuerungen enthalten:

  • Vereinfachte projektspezifische Anpassung – Tailoring
  • Überprüfbare Projektfortschrittsstufen für eine Risiko minimierende Projektsteuerung
  • Ausschreibungserstellung, Vergabe und Projektdurchführung durch den Auftraggeber
  • Verbesserung der Auftraggeber-Auftragnehmer Schnittstelle
  • Systementwicklung unter Berücksichtigung des gesamten Systemlebenszyklus
  • Abdeckung von Hardwareentwicklung, Logistik, Systemsicherheit und Migration
  • Einführung und Pflege eines organisationsspezifischen Vorgehensmodells
  • Integration von aktuellen (Quasi-) Standards, Normen und Vorschriften
  • Sichtenbasierte Darstellung und anwenderspezifischer Zugang zum V-Modell
  • Erweiterter Geltungsbereich

Mit dem V-Modell XT hat sich auch die zugrunde liegende Philosophie weiter entwickelt. Das neue V-Modell unterscheidet grundsätzlich in Auftraggeber- und Auftragnehmer-Projekte. Die Ergebnisse stehen im Mittelpunkt und nicht wie bisher die Aktivitäten. So beschreibt das V-Modell XT eine ziel- und ergebnisorientierte Vorgehensweise. Diese Grundphilosophie ist an vielen Stellen sichtbar:

  • Entscheidungspunkte der Projektdurchführungsstrategien geben den übergeordneten Projektsteuerungsrahmen durch die logische Reihenfolge der Produktfertigstellung vor.
    Detaillierte Projektplanung und -steuerung wird auf Basis der Bearbeitung und Fertigstellung von Produkten durchgeführt.
  • Jedem Produkt ist eindeutig eine verantwortliche Rolle zugeordnet. Die Produktqualität ist durch Anforderungen an das Produkt und explizite Beschreibung der Abhängigkeiten zu anderen Produkten überprüfbar.
  • Die IABG brachte in das Projekt WEIT das gesamte Know-how aus der Entwicklung aller V-Modell-Vorgängerversionen mit ein. Darüber hinaus bearbeitete sie die Themen Projektmanagement, Anforderungserfassung, Qualitätssicherung, Benutzbarkeit und Ergonomie, Änderungsmanagement, Systemsicherheit, sowie die Abbildung auf die Standards ISO 15288 und CPM.

Als maßgeblicher Autor des alten und neuen V-Modells reichen die Dienstleistungen der IABG von der Anpassung des Modells an firmenspezifische Erfordernisse, in Form von so genannten Hausstandards, über Beratung und Coaching bei der Entwicklung von V-Modell-konformen Richtlinien, bis hin zur Durchführung und Management von I&K-Projekten und -Systemen gemäß V-Modell. Darüber hinaus bietet die IABG als konzernunabhängiger und produktneutraler Dienstleister ihren Kunden Unterstützung für den gesamten Lebenszyklus ihrer IT-Projekte:

von der Planung, die sich strikt an den Anforderungen der Nutzer orientiert und von Anfang an die Wirtschaftlichkeit des IT-Systems berücksichtigt
über die Realisierung, bei der marktgängige Technologien verwendet und Sicherheitsmaßnahmen integriert werden
bis zum Betrieb, der nutzerfreundlich und kosteneffizient gestaltet wird.