5 Teil 5: V-Modell-Referenz Produkte
5.3 Produkte
5.3.12 Logistische Konzeption
5.3.12.3 Logistische Berechnungen und Analysen
Vorgehensbaustein: Logistikkonzeption
Verantwortlich: Logistikentwickler (bei Verwendung des Vorgehensbausteins Logistikkonzeption)
Aktivität: Logistische Berechnungen und Analysen durchführen
Mitwirkend: Logistikverantwortlicher, HW-Architekt, HW-Entwickler, SW-Architekt, SW-Entwickler, Ergonomieverantwortlicher, Systemarchitekt
Sinn und Zweck
Die logistischen Berechnungen und Analysen sind Grundlage und Voraussetzung für den Entwurf des logistischen Unterstützungskonzepts und mithin für die »Auslegung der logistischen Unterstützung. Im Rahmen der logistischen Berechnungen und Analysen werden Eigenschaften des Systems und seiner Umgebung auf das logistische Ziel hin - bei möglichst geringen Lebenszykluskosten eine möglichst hohe Verfügbarkeit zu erreichen - bewertet und analysiert. Die Durchführung logistischer Analysen und Berechnungen dient somit der Bestimmung der logistischen Kennwerte. Mittels dieser Kennwerte kann die logistische Konzeption richtig ausgelegt und optimiert werden.
Beispiele für Berechnungen und Analysen sind Zuverlässigkeitsanalyse und -berechnung, Prüfbarkeitsanalysen, Instandhaltbarkeits- und Instandsetzbarkeitsanalysen, Ersatzteildefinitionen und Ersatzteilberechnungen, Verfügbarkeitsberechnungen und -analysen sowie Lebenszykluskostenanalysen.
Die Verfügbarkeit eines Systems wird in der Verfügbarkeitsberechnung/-analyse ermittelt und steht in direktem Zusammenhang zur Zuverlässigkeit (Mean Time Between Failure) und zu der Zeitdauer, die benötigt wird, das System nach einem Ausfall wieder in Betrieb zu nehmen (Mean Down Time).
Die Mean Time Between Failure wird durch die Qualität der Systemelemente und durch die bei der Erstellung angewendeten konstruktiven Maßnahmen bestimmt. Die Mean Down Time wird durch Art des Fehlers (Fehleranalyse), Prüfbarkeit (Mean Time to Test), Instandhaltbarkeit/Instandsetzbarkeit (Mean Time to Repair), Verfügbarkeit von Ersatzteilen (Ersatzteilberechnung) und das Instandsetzungspersonal bestimmt.
Alle Kosten, welche während der Lebensdauer eines Systems anfallen, werden als Lebenszykluskosten (Lebenswegkosten) bezeichnet. Insbesondere die darin enthaltenen Betriebskosten sind zu optimieren. Zu den Betriebskosten gehören unter anderem Personalkosten für Betrieb, Instandhaltung und Instandsetzung sowie Kosten für Ersatzteile und deren Lagerung. Die Zuverlässigkeit bestimmt damit die Lebenszykluskosten: je geringer die Zuverlässigkeit von Einzelteilen, desto häufiger fallen Kosten für Ersatzteile und Reparaturen an. Zusätzlich sind die Kosten für die »Aussonderung (Stilllegung und Entsorgung) des Systems einschließlich der Kosten für die Trennung der Komponenten zu berücksichtigen.
Wird erzeugt von
Gesamtsystemspezifikation (Pflichtenheft) (siehe Produktabhängigkeit 4.12)
Hängt inhaltlich ab von
Logistisches Unterstützungskonzept, Spezifikation logistische Unterstützung (siehe Produktabhängigkeit 5.21)
Systemarchitektur, Unterstützungs-Systemarchitektur (siehe Produktabhängigkeit 5.22)