1 Teil 1: Grundlagen des V-Modells
1.3 Grundkonzepte des V-Modells
1.3.5 V-Modell-Kern und Vorgehensbaustein-Landkarte
Für jeden Projekttyp und jede Projekttypvariante ist vorgegeben, welche Vorgehensbausteine herangezogen werden. Der Vorgehensbaustein ist somit die zentrale Einheit des »Tailorings, also der projektspezifischen Anpassung des V-Modells an ein konkretes V-Modell-Projekt. Dabei werden die für ein V-Modell-Projekt benötigten Vorgehensbausteine entsprechend den Vorgaben des Projekttyps ausgewählt und festgelegt. Die Vorgehensbausteine lassen sich grob in vier Bereiche einteilen, anhand derer die farbliche Markierung in Abbildung 6 vorgenommen wird.
Der V-Modell-Kern
In einem ersten Bereich liegen diejenigen Vorgehensbausteine, die in jedem V-Modell-Projekt benutzt werden können. Dazu gehört der »V-Modell-Kern der dabei ein Mindestmaß an Projektdurchführungsqualität garantiert: In jedem »V-Modell-konformes Projekt Projekt sind die in den Vorgehensbausteinen des V-Modell-Kerns definierten grundlegenden Managementmechanismen zu verwenden. Die Vorgehensbausteine des V-Modell-Kerns sind die »Vorgehensbausteine »Projektmanagement, »Qualitätssicherung , »Konfigurationsmanagement sowie »Problem- und Änderungsmanagement.
Zusätzlich, aber losgelöst vom V-Modell-Kern, kann in jedem »Projekttyp noch der Vorgehensbaustein »Kaufmännisches Projektmanagement und »Messung und Analyse verwendet werden. Der Vorgehensbaustein »Kaufmännisches Projektmanagement definiert Verfahren und Hilfen für die Integration des Projektmanagements in das übergreifende kaufmännische Management. In »Messung und Analyse werden Verfahren für die organisationsweite und projektübergreifende Erfassung und Auswertung von Kennzahlen bereitgestellt.
Einführung und Pflege eines organisationsspezifischen Vorgehensmodells
In einem weiteren Bereich befinden sich alle Vorgehensbausteine, die ausschließlich für die Entwicklung eines organisationsspezifischen Vorgehensmodells benötigt werden. Dieser Bereich umfasst ausschließlich den Vorgehensbaustein »Einführung und Pflege eines organisationsspezifischen Vorgehensmodells, mit den notwendigen Verfahren und Richtlinien für die Einführung eines Vorgehensmodells innerhalb einer Organisation und die anschließende Etablierung eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses.
Systementwicklung
In einem dritten Bereich sind alle Vorgehensbausteine angesiedelt, die für die Entwicklung eines Systems benötigt werden oder optional verwendet werden können. Dieser Bereich umfasst die Vorgehensbausteine »Anforderungsfestlegung, »Systemerstellung, »HW-Entwicklung, »SW-Entwicklung, »Logistikkonzeption, »Weiterentwicklung und Migration von Altsystemen, »Evaluierung von Fertigprodukten, »Benutzbarkeit und Ergonomie und »Sicherheit sowie »Sicherheit (AN). Außerdem ist diesem Bereich der Vorgehensbaustein »Multi-Projektmanagement zugeordnet. Dieser unterstützt die fachliche Aufteilung des Gesamtprojektes in mehrere Teilprojekte noch vor der Anforderungsfestlegung.
Auftraggeber-/Auftragnehmer-Schnittstelle
Im vierten Bereich finden sich diejenigen Vorgehensbausteine, die für die Kommunikation zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer benötigt werden. Dazu gehören die vier Vorgehensbausteine »Lieferung und Abnahme (AG), »Lieferung und Abnahme (AN), »Vertragsschluss (AG) und »Vertragsschluss (AN), in denen festgehalten ist, wie eine Beziehung zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer zustande kommt und vertraglich fixiert wird. Außerdem wird darin definiert, wie der zu entwickelnde Gegenstand vom Auftragnehmer an den Auftraggeber geliefert und von diesem abgenommen wird.
Die einzelnen Vorgehensbausteine des V-Modells werden detailliert in der »V-Modell-Referenz Tailoring vorgestellt.
Abbildung
6
: Vorgehensbausteinlandkarte