6 Teil 6: V-Modell-Referenz Aktivitäten

6.3 Aktivitäten

6.3.12 Logistische Konzeption

6.3.12.2 Logistisches Unterstützungskonzept erstellen

Produkt:

Logistisches Unterstützungskonzept

Werkzeugreferenzen:

Projektplanung

Sinn und Zweck

Auf Basis der »Spezifikation logistische Unterstützung ist das logistische Unterstützungskonzept iterativ zu erarbeiten. Die logistische Unterstützung und die Logistikelemente sind zu entwerfen und darzustellen. Wesentliche Einflussfaktoren sind die zu erwartenden Lebenszykluskosten und die Auswirkungen auf die Systemverfügbarkeit. Die Herstellung der Versorgungsreife und die Überführung des Systems in die Nutzung sind zu planen, ebenso die »Aussonderung des Systems.

Die Planung der logistischen Unterstützung erfolgt in der Aktivität »Projekt planen des »Vorgehensbausteins »Projektmanagement.

6.3.12.2.1 Vorgaben und Rahmenbedingungen erarbeiten

Produkt:

Logistisches Unterstützungskonzept

Die Vorgaben und Rahmenbedingungen, insbesondere das logistische Rahmenkonzept, sind mit dem Auftraggeber zu erarbeiten. Können keine konkreten Angaben erarbeitet werden, müssen Annahmen getroffen werden, die für das zu liefernde System sinnvoll sind oder aus bereits vorhandenen, ähnlichen Systemen abgeleitet werden können.

6.3.12.2.2 Systemarchitektur analysieren

Produkt:

Logistisches Unterstützungskonzept

Die Architektur des Systems ist zu analysieren. Für jedes Element der Architektur sind logistisch relevante Daten wie Teilekennzeichen (Identifikationsnummer, Bestellnummer) und Zuverlässigkeit (siehe »Logistische Berechnungen und Analysen) zu beschaffen und übersichtlich aufzubereiten.

6.3.12.2.3 Alternativen erarbeiten, bewerten und auswählen

Produkt:

Logistisches Unterstützungskonzept

Mehrere Alternativen für die logistische Unterstützung sind zu erarbeiten und darzustellen. Für jede Alternative sind die Logistikelemente zu bestimmen. Anschließend sind die erarbeiteten Alternativen hinsichtlich der Erfüllung der Anforderungen, besonders hinsichtlich der zu erwartenden Systemverfügbarkeit und der Lebenszykluskosten miteinander zu vergleichen. Diese Kennzahlen sind für jede Alternative auf Basis identischer Rahmenbedingungen (häufig Annahmen) zu ermitteln und explizit darzustellen. Die Auswahl einer Alternative erfolgt in enger Abstimmung mit dem Auftraggeber, da die Entscheidung Einfluss auf die Verfügbarkeit und die Lebenszykluskosten hat.

6.3.12.2.4 Auslegung der logistischen Unterstützung entwerfen

Produkt:

Logistisches Unterstützungskonzept

Ausgangspunkt ist die gewählte Alternative. Die logistische Unterstützung ist auf Basis des erforderlichen Unterstützungsbedarfs und der dafür benötigten logistischen Ressourcen zu entwerfen. Die Schnittstellen des Systems zur Einsatzumgebung, das Zusammenspiel der logistischen Ressourcen und die organisatorischen Gegebenheiten des Auftraggebers sind dabei wesentliche Faktoren.

Die logistische Unterstützungsdokumentation ist zusammen mit den anderen vorhandenen, zu beschaffenden oder zu erstellenden logistischen Ressourcen (wie Standard-/Sonderwerkzeuge, Mess- und Prüfgeräte, Ausbildungsgeräte, Ersatzteile) zu beschreiben.

In Abhängigkeit von dem für das System zugrunde gelegten logistischen Rahmenkonzept können weitere Unterstützungsleistungen erforderlich sein, die über Nutzung, Instandhaltung und Instandsetzung und weitere Systempflegeaktivitäten hinausgehen. Diese sind zu ermitteln und ebenfalls darzustellen.

6.3.12.2.5 Zusammenwirken der logistischen Ressourcen beschreiben

Produkt:

Logistisches Unterstützungskonzept

Neben der überblicksartigen Darstellung der logistischen Unterstützung ist eine zusammenfassende Übersicht über die Schnittstellen zu erstellen, in der das Zusammenwirken des Systems, der »Unterstützungssysteme und der Logistikelemente dargestellt wird. Hierbei sind folgende Zusammenhänge zu berücksichtigen:

Erst im Zusammenspiel dieser Elemente können logistische Anforderungen, wie Verfügbarkeit, erfüllt werden. Festlegungen bezüglich der organisatorischen und technischen Maßnahmen für die Instandhaltung und Instandsetzung sowie der Systempflege während des Betriebs sind zu beschreiben und mit dem Auftraggeber abzustimmen.

6.3.12.2.6 Versorgungsreife herstellen und in die Nutzung überführen

Produkt:

Logistisches Unterstützungskonzept

Die Herstellung der Versorgungsreife und die Überführung in die Nutzung ist zu planen und darzustellen. Sie erfolgen in enger Abstimmung mit dem Auftraggeber, da auch Leistungen durch den Auftraggeber zu erbringen sind. Das sind beispielsweise:

Die Planung des Herstellens der Versorgungsreife und der Überführung in die Nutzung erfolgt in der Aktivität »Projekt planen des »Vorgehensbausteins »Projektmanagement.

6.3.12.2.7 Aussonderung vorbereiten

Produkt:

Logistisches Unterstützungskonzept

Zur »Aussonderung gehören die Stilllegung (zur Wiederinbetriebnahme) und die endgültige Entsorgung des Systems.

Die konzeptionelle Vorbereitung der Stilllegung eines Systems hat zeitlich nahe zur Systemerstellung zu erfolgen, da nur dann das technische Wissen präsent ist. Bei einem System, welches sich 30 Jahre im Einsatz befindet, kann die Vorbereitung der Stilllegung zum Zeitpunkt der Stilllegung einen hohen Aufwand bedeuten, da die verwendete Technik und das verwendete Material nicht mehr im Detail bekannt sind.

Die konzeptionelle Vorbereitung der Entsorgung ist ebenfalls zeitlich nahe zur Systemerstellung vorzunehmen. Einzelheiten zu schädlichen Stoffen werden während der Entwicklung analysiert und sind die beste Basis für die Vorbereitung der Entsorgung. In manchen Fällen beeinflusst die Entsorgung auch die Auslegung des Systems, da bei einer Rücknahmeverpflichtung die Entsorgung für den Hersteller teuer werden kann. Der Hersteller entscheidet sich aus diesen Gründen für eine leichter zu entsorgende Auslegung seines Systems. Schwer zu entsorgende oder umweltschädliche Stoffe sind zu dokumentieren.