5 Teil 5: V-Modell-Referenz Produkte

5.3 Produkte

5.3.9 Systemspezifikationen

5.3.9.7 Externes-SW-Modul-Spezifikation

Vorgehensbaustein: SW-Entwicklung

Verantwortlich: SW-Architekt (bei Verwendung des Vorgehensbausteins SW-Entwicklung)

Mitwirkend: SW-Entwickler, Logistikentwickler, Ergonomieverantwortlicher, Funktionssicherheitsbeauftragter, Prüfer

Sinn und Zweck

Die »Externes-SW-Modul-Spezifikation beschreibt alle funktionalen und nicht-funktionalen Anforderungen an ein »Externes SW-Modul. Zur Erstellung der Spezifikation werden die Anforderungen aus den Spezifikationen übergeordneter Systemelemente abgeleitet. Sollten im Laufe der weiteren Entwicklung Änderungen nötig sein, ist zunächst immer die jeweils relevante Spezifikation anzupassen. Die »Prüfspezifikation Systemelement definiert die Prüffälle zum Nachweis der Schnittstellen und Anforderungen der Spezifikation.

Wesentliche Inhalte der »Externes-SW-Modul-Spezifikation sind die Beschreibung der Anforderungen an das »Externes SW-Modul sowie die Festlegung der Schnittstellen, die es zu bedienen hat.

Im Rahmen der Anforderungsverfolgung wird sichergestellt, dass alle Anforderungen an das Element berücksichtigt werden. Die Erstellung der »Externes-SW-Modul-Spezifikation erfolgt Hand in Hand mit dem Architekturentwurf der »SW-Einheiten. Zur Sicherstellung der Konsistenz zwischen Spezifikationen und Architektur ist der »SW-Architekt verantwortlich für die Erstellung beider »Produkte.

Anforderungen aus der »Externes-SW-Modul-Spezifikation können sich auf die »Spezifikation logistische Unterstützung auswirken. Ebenso können Anforderungen der Logistik die »Externes-SW-Modul-Spezifikation beeinflussen.

Wird erzeugt von

Implementierungs-, Integrations- und Prüfkonzept SW, SW-Architektur (siehe Produktabhängigkeit 4.18)

Hängt inhaltlich ab von

Make-or-Buy-Entscheidung (siehe Produktabhängigkeit 5.15)

Externes-HW-Modul-Spezifikation, HW-Spezifikation, Spezifikation logistische Unterstützung, SW-Spezifikation, Externe-Einheit-Spezifikation, Systemspezifikation (siehe Produktabhängigkeit 5.23)

Externes-HW-Modul-Spezifikation, Externe-Einheit-Spezifikation, Ausschreibung, Vertrag, Vertragszusatz (siehe Produktabhängigkeit 5.53)

5.3.9.7.1 Externes-SW-Modul-Überblick

Der »Externes-SW-Modul-Überblick gibt einen groben Überblick über das zu realisierende Produkt »Externes SW-Modul . Aufgaben und Ziele des Produktes »Externes SW-Modul werden überblickartig beschrieben. Zum besseren Verständnis wird die »Rolle des Elements innerhalb einer »SW-Einheit dargestellt.

5.3.9.7.2 Schnittstellenbeschreibung

Eine Schnittstelle repräsentiert die Grenze für ein »Externes SW-Modul zu seiner Umgebung. Sie beschreibt, welche Daten an der Elementgrenze ausgetauscht werden, und die logischen Abhängigkeiten. Damit definiert die Schnittstelle die Dienste, die vom Produkt »Externes SW-Modul zu erbringen sind. Ein »Externes SW-Modul kann mehrere Schnittstellen besitzen.

In der Schnittstellenbeschreibung werden die funktionalen Anforderungen an das Produkt »Externes SW-Modul gesammelt, alle Schnittstellen festgelegt und im Zusammenhang dargestellt. Zusammen mit den nicht-funktionalen Anforderungen enthält die Schnittstellenbeschreibung die notwendigen Informationen zur Entwicklung des Produktes »Externes SW-Modul. In der Schnittstellenbeschreibung werden neben den Schnittstellen zu anderen »SW-Elementen auch die Schnittstellen zur Umgebung beschrieben, wie die grafische Benutzerschnittstelle oder Schnittstellen zum »Unterstützungssystem.

Die Beschreibung der funktionalen Schnittstelle teilt sich in die Beschreibung ihres statischen und dynamischen Verhaltens auf. Das statische Verhalten legt die Struktur der Aufrufe fest, über die Dienste des Produktes »Externes SW-Modul genutzt werden können. Zur Beschreibung dienen insbesondere Methodensignaturen und Definitionen von Datentypen. Das dynamische Verhalten bestimmt die Reihenfolge der Aufrufe und die logischen Abhängigkeiten der übermittelten Daten. Zur Beschreibung des dynamischen Verhaltens werden häufig Ablaufdiagramme (Sequenzdiagramme, Message Sequence Charts) oder Zustandübergangsdiagramme verwendet.

Grundlage für die Schnittstellenbeschreibung sind die Schnittstellenübersicht der Architektur sowie die Schnittstellenrealisierungen der »Systemspezifikationen übergeordneter Systemelemente. Die Schnittstellenbeschreibung sollte sich daran orientieren, ob eine Wiederverwendung bereits bestehender SW-Elemente möglich ist. Darüber hinaus ist bei der Beschreibung der Schnittstellen darauf zu achten, dass die Schnittstellen stabil sind und damit eine möglichst lange Nutzung des Produktes »Externes SW-Modul möglich wird.

5.3.9.7.3 Nicht-funktionale Anforderungen

Neben den funktionalen Anforderungen hat ein »Externes SW-Modul eine Reihe nicht-funktionaler Anforderungen zu erfüllen. Zu den häufig geforderten nicht-funktionalen Anforderungen speziell an ein »SW-Element gehören beispielsweise Benutzbarkeit, Antwortzeit, Transaktionsrate, Vertraulichkeit oder Datenintegrität.

Die nicht-funktionalen Anforderungen werden im Detail beschrieben und mit konkret geforderten Werten belegt. Die für das Produkt vom Typ »Externes SW-Modul relevanten nicht-funktionalen Anforderungen werden aus den Spezifikationen der übergeordneten Systemelemente beziehungsweise SW-Elemente abgeleitet.

5.3.9.7.4 Abnahmekriterien und Eingangsprüfkriterien

Abnahmekriterien legen fest, welche Kriterien das gelieferte Produkt des Typs »Externes SW-Modul erfüllen muss, um den Anforderungen der »Externes-SW-Modul-Spezifikation zu entsprechen. Sie sollen messbar dargestellt werden. Aus vertraglicher Sicht beschreiben die Abnahmekriterien die Bedingungen für die Entscheidung, ob das Produkt vom Typ »Externes SW-Modul die gestellten Anforderungen erfüllt oder nicht. Die Abnahmekriterien beziehen sich sowohl auf funktionale als auch auf nicht-funktionale Anforderungen.

Aufbau und Anzahl der Abnahmekriterien sind durch den Auftraggeber zu skizzieren. Eine Strukturierung der Abnahmekriterien nach ihren drei wesentlichen Bestandteilen, Ausgangssituation, Aktion(en) und erwartetes Ergebnis, ist anzustreben. In jedem Fall müssen die erwarteten Ergebnisse der Abnahme pro Abnahmekriterium festgelegt werden.

Die Erfüllung der Abnahmekriterien wird im Rahmen der Eingangsprüfung festgestellt. Die Abnahmekriterien gehen somit als Anforderungen in die »Prüfspezifikation Lieferung ein.