6 Teil 6: V-Modell-Referenz Aktivitäten
6.3 Aktivitäten
6.3.5 Prüfung
6.3.5.7 Prüfspezifikation Benutzbarkeit erstellen
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Produkt: |
Sinn und Zweck
Die Erstellung der »Prüfspezifikation Benutzbarkeit beginnt während der »Systemspezifikation mit der Definition von Szenarien. Dabei ist eine komplexe Aufgabenstellung eines Benutzers in einer definierten Benutzerrolle zu beschreiben. Es besteht aus einer Reihe zugehöriger Anwendungsfälle oder auch Testaufgaben, die das Gesamtszenario beschreiben.
Ein solcher Anwendungsfall ist definiert durch
- einen Bezeichner, der den Anwendungsfall charakterisiert,
- die Beschreibung einer Anwendungssituation, in der sich der Benutzer in seiner durch das Szenario definierten »Rolle am Dialogarbeitsplatz während des Betriebes des Anwendungssystems befindet,
- die Beschreibung einer Arbeitsaufgabe, die der Benutzer in der beschriebenen Anwendungssituation am Dialogarbeitsplatz erledigen soll,
- die Beschreibung eines Testzieles, das spezifiziert, was mit dem Anwendungsfall erreicht oder abgeprüft werden soll und
- die Beschreibung von Diskussionspunkten zwischen dem Auftragnehmer und Benutzer.
Damit wird die Ausführbarkeit typischer Arbeitsaufgaben durch die im Rahmen der Ergonomiebegleitung entwickelten Prototypen nachvollziehbar und getestet. Die Prototypen sind iterativ zu evaluieren und mit Repräsentanten der Benutzer zu testen. Die Ergebnisse der Prototypenentwicklung sollten in der Spezifikation und, falls möglich, bereits im Pflichtenheft berücksichtigt werden.
Im Folgenden wird ein Anwendungsfall exemplarisch skizziert.
- Bezeichner: Neuen Auftrag aus Archiv erstellen.
- Anwendungssituation: Der Benutzer bekommt von der Zentrale einen neuen Auftrag übermittelt. Er erinnert sich, dass es einen ähnlichen Auftrag bereits im zentral verfügbaren Auftragsarchiv gibt.
- Arbeitsaufgabe:
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- Laden des für den Benutzer geeigneten Auftrages aus dem zentralen Archiv.
- Ändern/ergänzen anhand der übermittelten Parameter des geladenen Archiv-Auftrages.
- Starten des neuen Auftrages.
- Testziel: Dialog Auftrag-Archiv analysieren, Navigation in Kategorien analysieren, Aktivitäten zur Auftragsergänzung durchführen, Funktion Auftrag aus Dialog "Auftrags-Archiv" heraus starten.
- Diskussionspunkte zwischen Auftragnehmer und Benutzer: Ist die Strukturierung eines Archivs in Kategorien ausreichend, braucht man für jeden Auftrag im Archiv einen expliziten Namen, der vom Benutzer frei vorgebbar ist, oder ist eine Suchfunktion erforderlich?
Zusätzlich zu den Anwendungsfällen sind Usability-Tests aufzubauen und auszuwerten. Ziel früher Usability-Tests ist es, die Benutzer mit den Prototypen vertraut zu machen und ihnen einen ersten realistischen Eindruck von den Dialogen des Arbeitsplatzes zu vermitteln. Die Usability-Tests sind so zu konzipieren, dass sie am prototypisch aufgebauten Dialogarbeitsplatz unter möglichst realistischen Arbeitsbedingungen stattfinden können. Für alle Tests sind die Verfahren der Testauswertung zu beschreiben.
Die Usability-Tests sollten derart spezifiziert werden, dass die dokumentierten Testergebnisse im weiteren Verlauf der Oberflächenimplementierung weiter verwendbar sind.
6.3.5.7.1 Prüfstrategie konzipieren
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Thema: |
Prüfspezifikation Benutzbarkeit: Prüfstrategie |
Die Prüfstrategie ist aus der »Anwenderaufgabenanalyse und den gegebenen Rahmenbedingungen abzuleiten und zu verfeinern. Anschließend ist sie in der »Prüfspezifikation Benutzbarkeit zu dokumentieren.
Für jedes im Prüfplan aufgeführte Prüfobjekt sind die Anforderungen an die Prüfung zu erstellen. Falls relevant, ist der Bezug zwischen den Prüfanforderungen und den Anforderungsdokumenten darzustellen.
Die Prüffallstruktur, das heißt der grundsätzliche Aufbau eines jeden Prüffalles, ist festzulegen.
Weiterhin ist, abhängig von der festgelegten Prüfstrategie, die Prüfmethode hinsichtlich Testtypen und Verifikationsmethoden je Prüfobjekt anzugeben.
Falls Sicherheit zu berücksichtigen ist, so ergibt sich die Prüfmethode aufgrund der Sicherheitsstufen-Maßnahmen-Matrix, die im »Projekthandbuch steht, und der für die jeweilige Funktionseinheit festgelegten Kritikalitäten.
6.3.5.7.2 Prüffälle ableiten
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Themen: |
Prüfspezifikation Benutzbarkeit: Prüffälle, Prüfspezifikation Benutzbarkeit: Prüfstrategie |
Die Prüffälle der einzelnen Prüfgegenstände sind auf der Basis der Prüfanforderungen in der Prüfspezifikation zu erstellen. Für jeden Prüffall ist in der Abdeckungsmatrix der Prüfspezifikation anzugeben, welche Architekturelemente und Schnittstellen sowie welche Anforderungen verifiziert werden.
Die Struktur der Prüffälle soll sich nach den Festlegungen der Prüffallstruktur an der Prüfstrategie orientieren. Für jeden Eingabewert ist die zu erwartende Sollreaktion anzugeben.
Im Rahmen der Systemerstellung sind die bei der Selbstprüfung erstellten Prüffälle zu berücksichtigen. Diese sind, soweit erforderlich, zu ergänzen oder zu modifizieren.
6.3.5.7.3 Prüffälle den Anforderungen zuordnen
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Thema: |
Prüfspezifikation Benutzbarkeit: Prüffallzuordnung |
Jeder spezifizierte Prüffall ist der Anforderung, von welcher er abgeleitet wurde, zuzuordnen. Dies ist in der Abdeckungsmatrix der Prüfspezifikation zu dokumentieren. Dabei sind für eine Anforderung häufig mehrere Prüffälle, zum Beispiel Gutverhalten oder verschiedene Ausnahmeverhalten, spezifiziert und zugewiesen. Es ist auch durchaus möglich, dass ein Prüffall mehrere Anforderungen gleichzeitig prüft.
6.3.5.7.4 Schutzvorkehrungen ermitteln und festlegen
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Thema: |
Prüfspezifikation Benutzbarkeit: Schutzvorkehrungen |
Siehe Schutzvorkehrungen ermitteln und festlegen in Aktivität Prüfspezifikation Lieferung erstellen.
6.3.5.7.5 Prüfumgebung festlegen
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Thema: |
Prüfspezifikation Benutzbarkeit: Prüfumgebung |
Es sind alle Anforderungen an die Prüfumgebung zu definieren. Hierzu zählen sowohl funktionale als auch nicht-funktionale Anforderungen, abhängig von den Prüfanforderungen, -methoden und -kriterien. Zusätzlich sind alle weiteren benötigten Ressourcen festzulegen, zum Beispiel Integrationsumgebung, Beistellungen oder spezielles Bedienpersonal, wie Kranführer, oder sicherheitsqualifiziertes Personal.
Existieren mehrere Prüfumgebungen, sind diesen die einzelnen Prüffälle zuzuordnen.
Jede Prüfumgebung muss durch ihre Konfigurationskennung eindeutig identifizierbar sein, damit eine Zuordnung zu den zu prüfenden Systemelementen aus Gründen der Nachvollziehbarkeit möglich wird.
Sofern die Komplexität der Prüfumgebung hoch ist, sollte deren Erstellung in einem eigenen Teilprojekt durchgeführt werden.