6 Teil 6: V-Modell-Referenz Aktivitäten
6.3 Aktivitäten
6.3.9 Systemspezifikationen
6.3.9.6 SW-Spezifikation erstellen
|
Produkt: |
|
Methodenreferenzen: |
|
Werkzeugreferenzen: |
Sinn und Zweck
Bei der Spezifikation sind für das jeweils zu beschreibende SW-Element (SW-Einheit, SW-Komponente oder SW-Modul) die Anforderungen und Schnittstellen festzulegen und präzise zu beschreiben.
Zur Erstellung der SW-Spezifikation (siehe Abbildung 21) werden - analog zur »Systemspezifikation - Schnittstellen und nicht-funktionalen Anforderungen an das SW-Element bestimmt. Daran schließen sich parallel die Verfeinerung und Zuordnung dieser Schnittstellen und Anforderungen, basierend auf der übergeordneten SW-Einheit beziehungsweise SW-Komponente, an. Die Designentscheidungen sind in der SW-Spezifikation zu dokumentieren. Sofern sich die erarbeitete Realisierung als tragfähig erweist, kann zur Verfolgung der Anforderungen übergegangen werden. Trifft dies nicht zu, ist die Realisierung zu überarbeiten.
Anforderungen werden üblicherweise in Textform beschrieben. Die Spezifikation der Schnittstelle kann unterschiedlich formalisiert werden. Üblich ist die Verwendung von grafischen Beschreibungsmethoden in Kombination mit erklärendem Text.
6.3.9.6.1 Schnittstellen und nicht-funktionale Anforderungen identifizieren
|
Themen: |
SW-Spezifikation: Nicht-funktionale Anforderungen, SW-Spezifikation: Schnittstellenbeschreibung |
Zugewiesene, übergeordnete Schnittstellen (siehe Schnittstellenbeschreibung) und nicht-funktionale Anforderungen sind zu ermitteln. Beispielsweise werden auf Ebene der »SW-Komponenten die zugewiesenen Schnittstellen und nicht-funktionalen Anforderungen der übergeordneten »SW-Einheit ohne Verfeinerung und unverändert als Ausgangsbasis übernommen.
6.3.9.6.2 Schnittstellen und nicht-funktionale Anforderungen verfeinern
|
Themen: |
SW-Spezifikation: Schnittstellenrealisierung, SW-Spezifikation: Verfeinerung nicht-funktionaler Anforderungen |
Die Verfeinerung der Schnittstellen (siehe Schnittstellenbeschreibung) und nicht-funktionalen Anforderungen beinhaltet folgende Schritte:
- Auf der Basis der ermittelten Schnittstellen und nicht-funktionalen Anforderungen sind Lösungen zu definieren. Dabei wird die Blackbox-Betrachtung der übergeordneten Architekturebene zur Whitebox-Betrachtung ausgeprägt. Dies bedeutet beispielsweise die Nennung der »SW-Module in der Spezifikation einer »SW-Komponente.
- Auf der Basis der Whitebox-Betrachtung werden die ermittelten übergeordneten Schnittstellen und nicht-funktionalen Anforderungen verfeinert. Hierbei können auch zusätzliche, vorher nicht berücksichtigte Schnittstellen und nicht-funktionale Anforderungen definiert werden. Alle Schnittstellen und nicht-funktionalen Anforderungen müssen verifizierbar sein und sich auf der nächst tieferen Hierarchie-Ebene zuordnen lassen.
Auf den jeweiligen Hierarchie-Ebenen führt die Verfeinerung der Schnittstellen und nicht-funktionalen Anforderungen zu folgenden Tätigkeiten:
- Methodenaufrufe sind ggf. zu verfeinern und mehreren »SW-Elemente zuzuordnen.
- Wertebereiche für Parameter sind zu konkretisieren und zu verfeinern.
- Ausnahmen (Exceptions) sind den Methoden der untergeordneten Elemente zuzuordnen.
6.3.9.6.3 Schnittstellen und nicht-funktionale Anforderungen zuordnen
|
Themen: |
SW-Spezifikation: Schnittstellenrealisierung, SW-Spezifikation: Verfeinerung nicht-funktionaler Anforderungen |
Die verfeinerten und zusätzlich definierten Schnittstellen und nicht-funktionalen Anforderungen sind den in der Whitebox identifizierten »SW-Elementen zuzuordnen. Hierbei empfiehlt es sich, dies tabellarisch darzustellen.
6.3.9.6.4 Anforderungsverfolgungsüberblick erstellen
|
Thema: |
SW-Spezifikation: Anforderungsverfolgung |
Im Rahmen der Anforderungsverfolgung wird die Vollständigkeit bei der Anforderungs- und Schnittstellenverfeinerung sichergestellt. Es ist zu überprüfen, ob
- zu jeder Anforderung oder Schnittstelle einer »SW-Einheit mindestens eine Abbildung auf Ebene der »SW-Komponenten existiert,
- zu jeder Anforderung oder Schnittstelle einer SW-Komponente mindestens eine Abbildung auf Ebene der »SW-Module existiert,
- bei einer verteilten Zuordnung einer Anforderung oder Schnittstelle diese im vollen Umfang von den untergeordneten »SW-Elementen erfüllt wird.
Die Verfolgung der Anforderung ist bei jedem hierarchischen Design-Schritt (zum Beispiel von einer SW-Einheit zu SW-Komponenten) vorzunehmen.