6 Teil 6: V-Modell-Referenz Aktivitäten
6.3 Aktivitäten
6.3.2 Planung und Steuerung
6.3.2.5 Schätzung durchführen
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Sinn und Zweck
Zu Beginn eines Projektes ist eine Grobschätzung durchzuführen. Ziel der Grobschätzung ist es, Aufwandsdaten für eine erste Planung zu ermitteln, die zum Beispiel für die Erstellung eines wettbewerbsfähigen »Angebots benötigt werden. Im Projektverlauf finden dann mehrere Feinschätzungen statt, zum Beispiel jeweils in dem »Entscheidungspunkt »Iteration geplant, in dem die nächste Iteration detaillierter geplant wird. Ziel dieser Feinschätzungen ist es, feinere Aufwandsdaten für die Planung zu erhalten. Die Schätzobjekte sind hierbei vom Umfang her kleiner und detaillierter zu beschrieben als bei der Grobschätzung.
Ergeben sich im Projektverlauf deutliche Abweichungen von den ermittelten Schätzwerten, so wird der verbleibende Restaufwand neu abgeschätzt, um die Planung anpassen zu können.
Am Ende des Projektes ist durch einen Soll-Ist-Vergleich zu untersuchen, wie stark die »Schätzungen vom eigentlichen Aufwand abgewichen sind. Diese Ergebnisse sind zur Verbesserung der Schätzmethodik und als Erfahrungswerte für Folgeprojekte zu nutzen.
6.3.2.5.1 Schätzmethodik und Schätzobjekte festlegen
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Zu Beginn der »Schätzung ist eine geeignete Schätzmethode für die »Umfangschätzung und die »Aufwandsschätzung auszuwählen.
Es gibt eine große Anzahl von Schätzmethoden in der Literatur. Welche Methode am besten geeignet ist, hängt vom Schätzzeitpunkt und der Art der Schätzobjekte ab. Einzelheiten über die Methoden können der Literatur entnommen werden.
Es kann sinnvoll sein, verschiedene Schätzmethoden zu kombinieren. Eine Möglichkeit ist zum Beispiel ein Mix aus folgenden drei Schätzmethoden:
- die Ermittlung der Schätzwerte für die meisten Schätzobjekte in einer Schätzklausur,
- die Ableitung der restlichen Schätzobjekte mit Hilfe der Prozentsatzmethode,
- ein Plausibilitätstest durch den Einsatz von COCOMO.
Unabhängig von der gewählten Methodik sind die Schätzobjekte vor der Schätzung festzulegen und möglichst genau zu charakterisieren. Durch die Bereitstellung von Erfahrungswerten aus vorhergehenden, vergleichbaren Projekten wird die Schätzgenauigkeit deutlich erhöht.
6.3.2.5.2 Schätzwerte ermitteln
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Praktische Erfahrungen zeigen, dass die »Aufwandsschätzung signifikant besser zutrifft, wenn der Umfang des Schätzobjekts genau bekannt ist. Es ist deshalb zuerst eine »Umfangschätzung und anschließend eine darauf basierende »Aufwandsschätzung durchzuführen.
Das Vorgehen bei der Ermittlung der Schätzwerte und der an der »Schätzung beteiligte Personenkreis sind von der Schätzmethode abhängig.
6.3.2.5.3 Schätzergebnisse konsolidieren
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Alle Ergebnisse der Schätzung sind in dem Produkt »Schätzung zu dokumentieren. Die Umrechnung des Aufwandes in Kosten ist Aufgabe des Kaufmännischen »Projektmanagements.
Falls verlangt, ist eine Plausibilitätskontrolle über eine andere Schätzmethode durchzuführen, zum Beispiel mit Hilfe von »Schätzmodellen.
Nach abgeschlossener »Aufwandsschätzung müssen die Schätzungen mit dem Rahmenterminplan beziehungsweise -budget verglichen werden. Gibt es Abweichungen, sind in der Regel die Anzahl oder der Umfang der Anforderungen zu reduzieren und die Schätzung solange anzupassen, bis die Machbarkeit garantiert werden kann. Der Aufwand darf dabei allerdings nicht pauschal reduziert und/oder qualitätssichernde Maßnahmen gekürzt werden.